Zur Unwirksamkeit fehlerhaft bekanntgemachter Verwaltungsakte – das Beispiel: Verbot von linksunten.indymedia

§ 41 Absatz 4 Satz 1 und 2 Ver­wal­tungs­ver­fah­rens­ge­setz bestim­men: „Die öffent­li­che Bekannt­ga­be eines schrift­li­chen oder elek­tro­ni­schen Ver­wal­tungs­ak­tes wird dadurch bewirkt, dass sein ver­fü­gen­der Teil orts­üb­lich bekannt gemacht wird. In der orts­üb­li­chen Bekannt­ma­chung ist anzu­ge­ben, wo der Ver­wal­tungs­akt und sei­ne Begrün­dung ein­ge­se­hen wer­den kön­nen. In der orts­üb­li­chen Bekannt­ma­chung ist anzu­ge­ben, wo der Ver­wal­tungs­akt und sei­ne Begrün­dung ein­ge­se­hen wer­den kön­nen.“

In der links­un­ten-Ver­bots­ver­fü­gung wur­de der Ein­sichts­ort aber nicht genannt.

Dies mach­te die Bekannt­ma­chung gegen­über all­den­je­ni­gen, denen die Ver­bots­ver­fü­gung nicht per­sön­lich zuge­stellt wur­de (also gegen­über den aller­meis­ten Bür­ge­rIn­nen), unwirk­sam:

  • „die Nicht­be­ach­tung die­ser Vor­ga­be [Nen­nung auf Ein­sichts­or­tes] führt zur feh­ler­haf­ten Bekannt­ga­be und damit zur Unwirk­sam­keit des Ver­wal­tungs­ak­tes“ (Schwarz, in: Feh­ling et al., HK-Ver­wR, § 41 VwVfG, RN 40)
  • „fehlt ein ent­spre­chen­der Hin­weis, so ist die Bekannt­ga­be und ent­spre­chend auch der betrof­fe­ne VA nicht wirk­sam (KH 51).“ (Ramsauer/Tegethoff, in: Kopp/Raumsauer, VwVfG, 201920, § 41, RN 53).
  • KH“ im vor­ste­hen­den Zitat ver­weist auf: „Sie [die Rechts­mit­tel­frist] wird nicht […] in Gang gesetzt, wenn die Bekannt­ga­be feh­ler­haft ist, denn eine feh­ler­haf­te Bekannt­ga­be ist unwirk­sam.“ (Ruf­fert, in: Knack / Henne­ke, VwVfG, 20145, § 41, RN 69 in FN 40 unter Hin­weis auf VGH Mann­heim NVwZ 1986, 140)
  • „Ist eine wirk­sa­me (den Erlass des VA aus­lö­sen­de) Bekannt­ga­be unter­blie­ben, so ist der VA nicht exis­tent […]. […]. Bei öffent­li­cher Bekannt­ga­be liegt ein sol­cher Feh­ler z.B. vor, wenn […] im orts­üb­lich bekannt gemach­ten ver­fü­gen­den Teil der Hin­weis fehlt, wo der VA und sei­ne Begrün­dung ein­ge­se­hen wer­den kön­nen […].“ (Stuhl­fauth, in: Ober­may­er / Fun­ke-Kai­ser, VwVfG, 20185, § 41, RN 71, 73)