Fehlerhaft bekanntgemachte Verwaltungsakte setzen keine Rechtsbefehls- (hier: Klage-)fristen in Gang

Wur­de ein Ver­wal­tungs­akt feh­ler­haft bekannt­ge­macht (bei öffent­li­cher Bekannt­ma­chung z.B. ohne Nen­nung des Ortes, wo die Begrün­dung ein­ge­se­hen wer­den kann), so setzt die – feh­ler­haf­te – Bekannt­ma­chung kei­ne Kla­ge­frist in Gang:

  • Durch einen „nicht ord­nungs­ge­mäß bekannt­ge­ge­be­nen Ver­wal­tungs­akt“ wer­den „die Rechtsbehelfs­fristen […] nicht in Lauf gesetzt“. (Beau­camp, Rechts­fra­gen der Bekannt­ga­be nach § 41VwVfG, in: Juristi­sche Aus­bil­dung 2016, 436 – 440 [439 m.w.N. in FN 38])
  • „ein nicht in der erfor­der­li­chen Form […] mit­ge­teil­ter oder ein nur zufäl­lig zur Kennt­nis gelang­ter Ver­waltungsakt kann nicht die Anfor­de­run­gen einer ord­nungs­ge­mä­ßen Bekannt­ga­be erfül­len und daher grund­sätz­lich auch kei­ne Fris­ten in Gang setz­ten. Nicht ein­mal die Jah­res­frist des § 58 II VwGO be­ginnt […] zu lau­fen, da auch die­se Vor­schrift wenigs­ten ‚die Zustel­lung, Eröff­nung oder Ver­kün­dung‘, also die Bekannt­ga­be vor­aus­setzt.“ (Schmidt, Allg. Ver­wR, 201821, 194, RN 484)

und zur ent­spre­chen­den Bestim­mung des Baye­ri­schen Lan­des­ver­wal­tungs­ver­fah­rens­ge­set­zes:

  • „Nach Art. 41 Abs. 4 Satz 2 BayV­wVfG ist bei der öffent­li­chen Bekannt­ga­be eines schrift­li­chen Verwal­tungsakts in der orts­üb­li­chen Bekannt­ma­chung anzu­ge­ben, wo der Ver­wal­tungs­akt und sei­ne Begrün­dung ein­ge­se­hen wer­den kön­nen. Die­ser Hin­weis ist bei der ers­ten Wid­mungs­be­kannt­ma­chung vom 11. April 1980 unter­blie­ben; der Man­gel zog nach sich, dass Bekannt­ma­chung und Wid­mung noch nicht wirk­sam waren (Kopp/Ramsauer, VwVfG, 7. Aufl., RdNr. 65 zu § 41).“ (Bay. VGH, Beschl. v. 09.07.2001 zum Az. 6 B 98.2891; juris-Tz. 6)